Yin und Yang

Yin und Yang sind zwei Begriffe des Daoismus. Sie stehen für polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Prinzipien. Yang steht für das männliche Prinzip, Aktivität und Kraft. Yin verkörpert das weibliche Prinzip, die passive, nach innen gerichtete Energie.

 

Im Yin Yoga geht es vor allem darum, in die Asanas (Positionen) hinein zu entspannen, den Atem frei fließen zu lassen und zur inneren Ruhe zu finden.

 

Die Yin Yogastunde setzt sich zusammen aus einer Verbindung von entspannenden Atemübungen, dynamisch-fließende Dehnübungen mit den anschließenden Yin Yoga Asanas: Dies ist ein ruhiger und meditativer Übungsstil, der hauptsächlich liegend praktiziert wird. In den Yin Yoga Asanas verweilst du ca. 5 min. nahezu passiv und fast ohne Muskelaktivität, denn nicht die Muskeln, sondern die Faszien bzw. das Bindegewebe werden im Yin Yoga angesprochen. Abschluss der Yin Yogastunde bildet eine musikalisch begleitete Meditation mit modernen Arrangements indischer Mantren.

"Yoga erschafft einen Raum, in dem man sich erfahren kann." Anna Trökes

Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen „Darshanas“ der indischen Philosophie. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, oft mit einer eigenen Philosophie und Praxis. Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit und kann übersetzt werden mit: „anjochen, zusammenbinden oder anspannen“. In der hinduistischen Philosophie gibt es ein Gleichnis: Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen „Yoga“.

 

So kann Yoga als ein Weg zur Integration von Körper, Geist uns Seele verstanden werden, mit dem Ziel der Selbsterkenntnis bzw. dem Einswerden mit dem kosmischen Bewusstsein. Es gibt zahlreiche Yoga-Wege. Der in Europa und Nordamerika bekannteste Weg ist der „Hatha-Yoga“, der Yoga der Körperübungen – die Asanas oder Yogasanas.

 

Die klassischen indischen Schriften beschreiben vier Yogawege:

 

Raja Yoga (der "achtgliedrige Pfad" nach Patanjali, "königlicher Yoga")

 

1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt

2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst

3. Ãsanas – der Umgang mit dem Körper

4. Prãnãyãma – der Umgang mit dem Atem

5. Pratayãhãra – der Umgang mit den Sinnen

6. Dhãranã – Konzentration

7. Dhyãna – Meditation

8. Samãdhi – das Höchste: die innere Freiheit

 

Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis, intellektuelle Richtung, Lesen der Schriften)

Karma-Yoga (Yoga der Tat, des selbstlosen Handelns)

Bhakti-Yoga (Yoga der Liebe/Verehrung/Hingabe, Singen von Mantren, Bhajans)

 

Im laufe der Zeit sind andere Yogawege hinzugekommen, z.B.:

 

Hatha Yoga (Asanas, Körperübunen)

Kundalini Yoga (Yoga der Energieerweckung)

Yantra Yoga (Yoga der geometrischen Formen)

 

Der genaue Ursprung des Yoga ist unbekannt. Die ältesten Aufzeichnungen von Yoga-Stellungen stammen aus der Zeit der Induskultur von vor über 5000 Jahren. Erwähnt wird Yoga auch schon in den Veden, den ältesten indischen Schriften. Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yogasutra zusammengefasst, auch die Bhagavad Gita und die Upanishaden informieren über Yoga.

 

Yoga war ursprünglich ein rein spiritueller Weg, dessen Ziel das Erlangen der Erleuchtung durch Meditation war. Die Körperhaltungen, Asanas, entstanden erst im Laufe der Zeit. Ihr Ziel war, den Körper zu dehnen und zu kräftigen, um lange in der Meditation verweilen zu können. Erst mit der Zeit wurden diese Asanas weiterentwickelt, denn man bemerkte, dass diese Übungen einen positiven Effekt auf das gesamte Gesundheitssystems des Menschen hatte.

 

Die „Hathayoga-Pradibika“, einen Text aus dem 15. Jahrhundert, geschrieben von Svatmarama, beschreibt die Techniken des Hatha Yoga.

 

Yogaübungen verfolgen heute meist einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll. Angestrebt wird eine verbesserte Vitalität und gleichzeitig eine Haltung der inneren Gelassenheit.

 

Quellen:

Arend, S. (2011). Yin Yoga - Der sanfte Weg zur inneren Mitte.            

Darmstadt: Schirner Verlag.

Clark, B. (2012). The Complete Guide to Yin Yoga: The Philosophy and Practice of Yin Yoga. Wild Strawberry Productions.

Grilley, P. (2005). Yin Yoga: The Foundations of a Quiet Practice.
Pranamaya, Inc.

Trökes, A. (2003). Die kleine Yoga-Philosophie: Grundlagen und Übungspraxis verstehen. München: O.W. Barth.